Bettauer

Dokumentation – Fiktion – Theater 

Juni 2022

Pusdorf Studios

Vivienne Kaarow, Helge Tramsen, Tobias Pflug, Anna Rödiger, Peer Gahmert, Tim Gerhards, Adriana Könemann

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Der österreichische jüdische Schriftsteller Hugo Bettauer veröffentlichte 1922 den Roman Die Stadt ohne Juden. Das Buch mit dem Untertitel „Ein Roman von übermorgen“ kommt satirisch daher, als unterhaltsamer, „kleiner Zukunftsroman“, wie Bettauer selbst schrieb. Auf knapp 100 Seiten skizziert er ein morsches, von der Inflation geplagtes Wien, das sein Glück in einem neuen Gesetz sucht: Alle Juden müssen Österreich verlassen. Der österreichische Bundeskanzler Dr. Schwerdtfeger vollstreckt den Exodus. Die Wiener jubeln, aber nicht lange: Zwar stehen jetzt viele Wohnungen leer, aber die Österreichische Krone fällt wie nie zuvor. Geld, Mode, Kultur – alles dahin. Die Theater und Kaffeehäuser verwaisen, Armut und Verzweiflung breitet sich aus. Schließlich wird das Gesetz rückgängig gemacht und Reue gezeigt: „Der Bürgermeister von Wien (…) betrat den Balkon, streckte segnend seine Arme aus und hielt eine zündende Ansprache, die mit den Worten begann: ,Mein lieber Jude!`“

Der Senator für Kultur der freien Hansestadt Bremen

Waldemar Koch Stiftung

Karin und Uwe Hollweg Stiftung


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